Kirschblüte & Co.: Wann kommt der erste Honigraum drauf?
Es summt und brummt! Meine kleine Buckfast-Horde ist im Sammelfieber. Aktuell stehen Pollen und der erste Nektar von der Kirschblüte sowie der Felsenbirne ganz oben auf dem Speiseplan. Auch der Löwenzahn wird von den Damen mit hoher Priorität angeflogen.
Und was macht der Imker in der Zwischenzeit? Während die Bienen fliegen, stellt sich mir die entscheidende Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um den ersten Honigraum aufzusetzen?

Timing ist alles. Ein festes Datum im Kalender gibt es dafür nicht, denn die Natur richtet sich nicht nach Wochentagen, sondern nach dem Wetter und der Region. Als grobe Orientierung dient die Kirschblüte (ca. 365–460 °Cd). Ich persönlich verlasse mich auf die Grünlandtemperatursumme: Heute, am 13. April 2026, haben wir die Marke von 403 °Cd erreicht – es wird also höchste Zeit! Wichtig ist dabei, dass die Bienen den zusätzlichen Platz auch wirklich besiedeln können. Im Brutraum sollten die Waben gut besetzt sein. Bei meiner Betriebsweise mit Großraumwaben (Segeberger DNM 1,5) ist dieser Punkt oft schon bei fünf voll besetzten Waben erreicht.
Wann folgt der zweite Honigraum?
Sobald die Bienen beginnen, den ersten Nektar im Honigraum einzulagern, sollte man bereits über die zweite Zarge nachdenken. Wartet bitte nicht, bis der erste Raum komplett voll ist! Der Grund: Frischer Nektar ist extrem wasserhaltig (oft über 70 %). Erst durch die Trocknungsarbeit der Bienen sinkt der Wassergehalt auf unter 20 %. Da der dünnflüssige Nektar viel mehr Volumen beansprucht als der fertige, eingedickte Honig, brauchen die Bienen Platz zum „Zwischenparken“. Wer seine Völker im Raps stehen hat, kommt um einen zügigen zweiten Honigraum meist nicht herum.
Mehr Raum oder reduzieren?
Haben Bienen und Honig keinen Platz mehr, können natürlich weitere Zargen folgen. Aber Vorsicht: Geht die Tracht im Spätsommer zurück, sollte man die Anzahl der Honigräume nach dem Schleudern wieder reduzieren. Sonst verteilt sich die restliche Honigmenge auf zu viele Waben, was das spätere Abschleudern mühsam macht. Zudem tun sich die Bienen bei zu viel freiem Raum schwerer, das optimale Klima für die Honigtrocknung zu halten.
